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Rumpfmuskulatur

Die Rumpfmuskulatur ermöglicht uns Menschen die aufrechte Körperhaltung. Sie ist an all unseren Bewegungen beteiligt und stabilisiert bzw. gleicht die Aktionen der unteren oder oberen Extremitäten aus. Die diversen Muskeln des Rumpfes haben elementare Auswirkung auf unsere Körperhaltung, da sie die Position des Beckens und der Wirbelsäule bestimmen. Die Kraftfähigkeit der phasischen Bauch- und der tonischen Rückenmuskulatur steht optimalerweise in einem Verhältnis von 1:2, d.h. die Rücken- ist doppelt so stark wie die Bauchmuskulatur. Im Falle einer zu schwachen Bauch- oder zu starken bzw. verkürzten Rückenmuskulatur kann es infolge einer muskulären Dysbalance zu einer Hyperlordose der Lendenwirbelsäule kommen, die im Volksmund als Hohlkreuz bezeichnet wird. Dementsprechend empfiehlt sich eine regelmäßige Kräftigung der Bauch- und eine Dehnung der Rückenmuskulatur.

Hauptantriebsmuskeln der Bauch- und Rückenmuskulatur (modifiziert nach Gray's Anatomy of the Human Body, 1918).

Die Bauchmuskeln werden nach ihrer Lage in drei Gruppen eingeteilt: die vordere (M. rectus abdominis), seitliche (M. obliquus externus/internus abdominis, M. transversus abdominis) und hintere Bauchwandmuskulatur (M. quadratus lumborum, M. iliopsoas). Die vorderen und seitlichen Bauchwandmuskeln werden auch oberflächliche, die hinteren auch tiefe Bauchmuskulatur genannt. Eine konzentrische Kontraktion des M. rectus abdominis führt infolge einer Flexion der Wirbelsäule zu einer Rumpfvorbeuge bzw. zu einer Hebung des vorderen Beckenrands. Hierbei ist der M. obliquus externus/internus abdominis synergistisch tätig. Desweiteren verursachen diese Muskeln eine Drehung und Seitneigung der Wirbelsäule, die durch den M. transversus abdominis und M. quadratus lumborum unterstützt werden. Neben seiner Funktion als Hüftbeuger wirkt der M. iliopsoas bei der Rumpfflexion und Seitneigung der Wirbelsäule mit.

Bei der Rückenmuskulatur unterscheidet man zwei Gruppen: die autochthonen (ortsständigen) und allochthonen (eingewanderten) Muskeln. Die vielen kleinen autochthonen Rückenmuskeln erstrecken sich auf beiden Seiten der Wirbelsäule vom Becken bis zum Kopf. Aufgrund ihrer primären Funktion als Extensoren (Aufrichter) und Stabilisatoren der Wirbelsäule sind diese synergistischen Muskeln mit geringen physiologischen Querschnitten der Einfachheit halber unter dem Sammelbegriff M. erector spinae zusammengefasst. Sie erstrecken sich dabei nie über die ganze Länge des Rückens, sondern sind für einzelne Bereiche der Wirbelsäule zuständig. Im Gegensatz dazu verfügen die allochthonen Muskeln aufgrund größerer Muskelbäuche über eine höhere Maximalkraft. Sie stellen die Verbindungsglieder zwischen Wirbelsäule und Schultergelenk bzw. Oberarm dar. Der flächenmäßig größte Muskel des menschlichen Körpers, der M. latissimus dorsi, hat zwar seinen Ursprung an der Wirbelsäule, verursacht aber ausschließlich Bewegungen des Oberarms (Retroversion, Adduktion, Innenrotation). Der M. trapezius sowie die Mm. rhomboidei kontrollieren gemeinsam die Stellung der Schulterblätter (lat. scapula) und spielen somit bei der aufrechten Haltung der Brustwirbelsäule eine entscheidende Rolle. Ein Kraftdefizit dieser beiden Muskeln kann neben anderen z.B. anatomischen Gründen Ursache für einen Rundrücken sein. Umso wichtiger ist ein gezielte Stärkung dieses Bereichs.

Bei einer willentlichen Kontraktion der gesamten Rumpfmuskulatur z.B. im Unterarmstütz kann in Kombination mit der hinteren Hüftmuskulatur (z.B. M. gluteus maximus) und vorderen Oberschenkelmuskulatur (z.B. M. quadriceps femoris) eine Knie- und Hüftstreckung vollzogen werden. Dieses synergistische intermuskuläre Zusammenspiel wird auch Streckerschlinge genannt und wird bei allen leichtathletischen Sprint-, Sprung- (z.B. Weitsprung) und Wurfdisziplinen (z.B. Kugelstoß) benötigt.

Tobias Alt

 
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