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Sprintspikes

Ziel eines jeden Sportlers ist es seine körperliche Leistungsfähigkeit zu verbessern. Hierfür trainiert er regelmäßig und zum Teil sehr intensiv, um seine Kraft, Schnelligkeit, Koordination (Technik), Beweglichkeit und Ausdauer zu steigern. Neben diesen fünf motorischen Hauptbeanspruchungsformen nimmt auch die Ausrüstung des Athleten Einfluss auf seine sportliche Leistungsfähigkeit.

Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts werden Spikes (Nagelschuhe), d.h. Schuhe mit an der Sohle angebrachten Dornen, produziert und werden seitdem in der Leichtathletik verwendet. Da die verschiedenen leichtathletischen Disziplinen ganz unterschiedliche Anforderungen an Spikes stellen, wurden im Laufe der Zeit disziplinspezifische Schuhe entwickelt. So gibt es heutzutage eine Fülle von Spikes für die Sprintdisziplinen, die Mittel- und Langstrecken, den Weit- Drei-, Hoch- und Stabhochsprung sowie für den Speerwurf. Dabei werden die Dornen in unterschiedlicher Anzahl und Positionierung generell unter dem Fußballen platziert. Eine Ausnahme bilden Speer- und Hochsprungspikes, bei denen auch Dornen unter der Ferse zu finden sind.

Es stellt sich grundsätzlich die Frage, welche Vor- und Nachteile diese disziplinspezifischen Spikes gegenüber Allroundspikes bieten. Der Einfachheit halber konzentriert sich dieser Artikel mit Sprintspikes, d.h. mit Schuhen, die für Sprintdisziplinen besonders geeignet sein sollen.

Segen: Sprintspikes zeichnen sich durch eine nicht vorhandene Fersenpolsterung und einem damit einhergehenden geringeren Gewicht aus. Dadurch erhöht sich bei entsprechend ballenbetontem Laufstil die Laufökonomie des Sportlers, weil sein Sauerstoff- und Energieverbrauch sinkt. Desweiteren ist infolge eines geringeren Massenträgheitsmoments bei gleicher Kraft eine höhere Beschleunigung des Fußes möglich, was den Vortrieb begünstigt. Darüber hinaus führt die im Vergleich zu einem Allroundspike größere Sohlensteifigkeit zu einer geringeren Verformung des Schuhs während der Stützphase. Dies erhöht die sportliche Leistungsfähigkeit aufgrund eines geringeren Energieverlusts im Zehengrundgelenk (Metatarsophalangealgelenk) und einer somit effizienteren Kraftübertragung. Dabei gilt jedoch nicht das Motto: „Je härter desto besser“. Vielmehr konnten wissenschaftliche Studien zeigen, dass die optimale Steifigkeit individuell verschieden ist und weder von der Anthropometrie noch vom Leistungsniveau des Athleten abhängt.

Fluch: Diese leistungsförderlichen Aspekte bergen aber gleichzeitig auch Nachteile, denen man sich beim Kauf von Sprintspikes bewusst sein muss. Das geringere Gewicht der Sprintspikes geht aufgrund des geringeren und dünneren Materials häufig mit einem schnelleren Verschleiß einher. Außerdem führt die höhere Schuhsohlensteifigkeit zu einer größeren Belastung der biologischen Strukturen, was Beschwerden mit sich bringen kann. Hier sind vor allem die Fuß- und Unterschenkelmuskulatur sowie die Achillessehne betroffen. Aus diesem Grund sollte gerade bei Schülern und Jugendlichen, bei denen die konditionellen Voraussetzungen noch nicht vorhanden sind, gut über den Einsatz von Sprintspikes nachgedacht werden. Denn was bringt einem Athleten der beste Schuh, wenn er aufgrund von anhaltenden Beschwerden nicht benutzt werden kann?

Fazit: Der Einsatz von disziplinspezifischem Schuhwerk ist in der Leichtathletik definitiv leistungsförderlich. Ob jedoch Sprintspikes in den Sprintdisziplinen einen entscheidenden Vorteil gegenüber Allroundspikes bieten, kann nicht eindeutig beantwortet werden, zumal auch häufig psychologische Komponenten eine Rolle spielen. Am wichtigsten ist, dass der Schuh passt und sich der Sportler während der Bewegung wohlfühlt. Sollte sich der Athlet für Sprintspikes entscheiden, ist es gegebenenfalls ratsam z.B. bei submaximalen Tempoläufen auf Allroundspikes zurückzugreifen und lediglich maximale Belastungen mit den Spezialspikes zu absolvieren.

Tobias Alt

 
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