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Rumpfstabilisation

Ein Trainingsinhalt vieler Leichtathleten während der Vorbereitungsphase ist neben dem stationären Krafttraining und der Verbesserung der allgemeinen Athletik und Koordination das Training der Rumpfstabilisation. Sowohl mit dem Medizinball als auch im Rahmen eines Zirkels werden zumeist kraftausdauerorientierte Übungen mit dem eigenen Körpergewicht oder geringen Zusatzlasten zur Kräftigung der Rumpfmuskulatur durchgeführt. Und diese „Vorliebe“ teilen Sprinter und Springer mit Werfern sowie Mittel-/Langstreckenläufern. Aber warum stellt die Rumpfstabilisation eine so zentrale, weil disziplinübergreifende Fähigkeit dar?

Segen: In allen leichtathletischen Disziplinen werden die Extremitäten (Arme und Beine) in einer der jeweiligen Disziplin entsprechenden Art und Weise gegen den Rumpf als Mittelpunkt bzw. Zentrum bewegt. Dabei schafft ein stabiler Rumpf, d.h. ein aufgerichtetes Becken, egal ob beim Sprint, Weitsprung oder Kugelstoß ein besseres Widerlager, das wiederum eine höhere und ökonomischere Kraftproduktion ermöglicht. Dies bedeutet, dass die durch Muskelkontraktionen erzeugten Kräfte vortriebswirksam zur Beschleunigung des Körperschwerpunkts beitragen können. Im Falle einer unzureichend trainierten Rumpfmuskulatur ist die Energieübertragung zwischen den einzelnen Segmenten des Körpers (Arme, Rumpf, Beine) gestört und es kommt zu einer Absorption. Dies hat redundante, d.h. überflüssige Bewegungen wie z.B. einer instabilen Hüfte während des Abdrucks beim Start oder im Verlauf des Abwurfs beim Speerwurfs zur Folge. Aus diesem Grund ist ein gewisses Maß an Rumpfkraft in jeder leichtathletischen Disziplin für eine qualitativ hochwertige Umsetzung der Zieltechnik vonnöten. So benötigt ein Athlet z.B. für die Klappmesserhaltung bei der Landung des Weitsprungs neben einer ausreichenden Beweglichkeit der ischiokruralen Muskulatur auch eine gewisse konzentrische Kraftfähigkeit u.a. des M. rectus abdominis. Auch beim Diskuswurf kann der idealtypische Spannungsaufbau ohne ein koordiniertes intermuskuläres Zusammenspiel der Krafteinsätze der Rücken- und seitlichen Bauchmuskulatur nicht gelingen. Zu guter Letzt kann eine gute Rumpfstabilisierung vor Verletzungen und Überlastungsschäden der Wirbelsäule schützen, weil die in der Leichtathletik häufig vorkommenden, repetitiven Stoßbelastungen (engl.: "Impacts") durch das Muskelkorsett abgefangen und damit gedämpft werden. Dies gilt nicht nur für das Technik-, sondern auch für das Krafttraining, wie z.B. im Verlauf der Kniebeuge, bei der eine muskuläre Stabilisierung der Lendenwirbelsäule durch eine konzentrische Kontraktion des M. erector spinae im Bereich der Bewegungsumkehr übermäßige Belastungen der Bandscheiben verhindert.

Fluch: Jeder Trainer steht vor dem Dilemma, welche Trainingsinhalte er in seiner kostbaren Trainingszeit unterbringen soll. Da die Rumpfmuskulatur auf den ersten Blick im Gegensatz zur Ober- und Unterschenkelmuskulatur bei den Sprint- und Sprungdisziplinen sowie zur Arm- und Schultermuskulatur bei den Wurfdisziplinen nicht direkt leistungslimitierend ist, wird sie in machen Fällen zugunsten anderer Inhalte (z.B. Koordination, Tempoläufe, Sprünge, etc.) übergangen. Dazu kommt, dass eine weitere Steigerung einer bereits gut ausgeprägten Rumpfmuskulatur ggf. keine weitere leistungssteigernde Wirkung erzielt. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass es sich bei den Bauchmuskeln um phasischen und bei der Rückenmuskulatur um tonische Muskeln handeln. Dementsprechend benötigen sie regelmäßige Beanspruchungen, da sie sonst atrophieren bzw. an Kraft verlieren. In der Planung einer Trainingseinheit sollten Trainer und Athleten berücksichtigen, dass die Rumpfmuskulatur im Vorfeld von Technik- und Krafttraining nicht ermüdet, d.h. bis zur Ausbelastung beansprucht werden sollte. Stattdessen ist vielmehr eine Erwärmung bzw. Tonisierung, d.h. eine Steigerung der Muskelspannung, ratsam.

Fazit: Das Training der Rumpfstabilisation ist definitiv ein SEGEN und sollte sich in welcher Art auch immer regelmäßig, d.h. 2-3x pro Woche, in den Trainingsplänen von Leichtathleten aller Disziplinen wiederfinden. Sie verfügt neben der disziplinspezifischen Bedeutung über positive Effekte auf die Körperhaltung und somit auf die Mobilität sowie das Wohlergehen der Wirbelsäule.

Tobias Alt

 
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