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Zielsetzung

Jeder Sportler hat Ziele, die er durch regelmäßiges und somit zielstrebiges Training erreichen will. Überwiegen bei Hobby- und Breitensportlern der Spaß und der gesundheitliche Nutzen sportlicher Ertüchtigung, so streben Leistungs- und Hochleistungssportler nach der Steigerung ihrer persönlichen Bestleistungen sowie dem Gewinn von Medaillen bei regionalen, nationalen und internationalen Meisterschaften. In der Sportwissenschaft kennt man viele verschiedene Arten von Zielen (Nitsch, 2000, Einführung in die Sportpsychologie):

  • Idealziele vs. Realziele
  • offene Ziele vs. geschlossene Ziele
  • verlaufsbezogene vs. resultatsbezogene Ziele
  • Annäherungsziele vs. Vermeidungsziele
  • positive vs. negative Ziele
  • Oberziele vs. Unterziele
  • Zwischenziele vs. End-/Karriereziele

Bei all dieser Vielfalt ist es schwer den Überblick zu behalten. Der Sinn und/oder Unsinn bzw. der Unterschied zwischen „guter“ und „schlechter“ Zielsetzung wird im Folgenden kompakt dargestellt.

Segen: Nur wenn man sein Ziel (Was will ich erreichen?) kennt, kann man auch den dazugehörigen Weg (Wie kann ich dieses Ziel erreichen?) finden. Denn dann können die entsprechenden Trainingsinhalte und -methoden zur Erreichung dieses Ziels gewählt werden und periodisiert zum Einsatz kommen. So macht es mit Blick auf die  Belastungsnormativen eines Krafttrainings einen großen Unterschied, ob ich mit einem stationären Krafttraining oder einem Zirkeltraining die Maximalkraft oder die Kraftausdauer und damit einhergehend die Energiebereitstellung eines Athleten verbessern will. Gute Ziele erfüllen u.a. die fünf SMART-Kriterien (s. Grafik), d.h. sie sind spezifisch, messbar, (von Trainer und Athlet) akzeptiert, realistisch und terminiert.

Das Akronym SMART beinhaltet die fünf Bedingungen, die bei einer guten Zielsetzung berücksichtigt werden sollen.

Eine gute Zielsetzung erfordert im Vorfeld eine Auseinandersetzung mit der derzeitigen Situation und die Bewusstmachung der eigenen Stärken und Schwächen. Zudem muss sich der Athlet fragen, was er bereit ist zu investieren, um das gesteckte Ziel zu erreichen. Ziele (z.B. Steigerung des 1 RM bei der Tiefkniebeuge um 10 kg in 6 Wochen) helfen sowohl dem Trainer als auch dem Athleten den Fortschritt des Trainingsprozesses zu kontrollieren und dienen somit der Rückmeldung. Werden Ziele richtig eingesetzt, so erhöhen sie den Ehrgeiz, die Motivation, Leistungs-/Anstrengungsbereitschaft, Aufmerksamkeit, Disziplin sowie das Selbstvertrauen und Durchhaltevermögen. Ziele sollten regelmäßig aktualisiert und an die entsprechende Situation angepasst werden.

Fluch: Ziele sollten eine Herausforderung darstellen, jedoch nicht dazu führen, dass die eigene Leistungsfähigkeit überschätzt wird. Denn unrealistisch hohe Ziele (z.B. Sieg bei einer Meisterschaft) können trotz guter sportlicher Leistung (z.B. Bestleistung) in Enttäuschung münden, v.a. wenn sie vom Ergebnis anderer Athleten abhängig sind. Daher ist es wichtig, dass Ziele nicht in Stein gemeißelt sind, sondern der jeweiligen Situation des Athleten (z.B. Verletzung) angepasst sind. Je selbstsicherer er ist, desto höher kann man die Ziele setzen, desto genauer sollten die Ziele formuliert werden und desto mehr Risiko kann man eingehen, ein Ziel einmal nicht zu erreichen. Dennoch sollte man bei Nichterreichung des Ziels nicht den Fehler machen, die Situation nicht kritisch zu hinterfragen und nach den Gründen zu suchen. In einer schlechten bzw. unsicheren Phase ist es hingegen besser sich Ziele so zu setzen, dass man sie bei entsprechender Anstrengung mit hoher Wahrscheinlichkeit erreichen kann und man damit die eigene Sicherheit und das Zutrauen in sich selbst wieder zurückgewinnen kann. Ziele bergen immer die Gefahr, dass ein hoher Erwartungsdruck entsteht, der zu fehlender Lockerheit und mentalen Blockaden führen kann. Die Versteifung auf bestimmte Ziele (z.B. das Ausmerzen eines technischen Fehlers beim Kugelstoß) kann den Spaß an der Sache rauben sowie dazu beitragen, dass andere wesentliche Faktoren, die zur Zielerreichung (z.B. Maximalkrafttraining des M. pectoralis major oder M. quadriceps femoris oder Rumpfstabilisation) notwendig wären, vernachlässigt bzw. ignoriert werden. Denn schlussendlich führen viele Wege ans Ziel!

Fazit: Ohne Ziele ist ein einigermaßen ambitioniertes Sporttreiben undenkbar. Wenn das kleine Einmaleins der Zielsetzung (SMART) beachtet wird und die entsprechenden Trainingsinhalte und -methoden zur Erreichung des Ziels eingesetzt werden, steht einer erfolgreichen Umsetzung der Zielvorgabe(n) außer einigen anstrengenden Trainingseinheiten nicht mehr viel im Wege.

Tobias Alt

 
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