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Periodisierung

Anders als ein Kalenderjahr beginnt ein Jahr in der Leichtathletik und damit eine neue Saison im Oktober. In der Jahresplanung folgen Trainer und Athleten dem Prinzip der Periodisierung. Dies bedeutet, dass das Jahr in verschiedene Abschnitte, sogenannte „Perioden“ (Vorbereitungs-, Wettkampf- und Übergangsperiode; s. Grafik) unterteilt wird, in denen bestimmte Trainingsziele verfolgt werden. Die Vorbereitungsphase dient vor allem der Verbesserung der allgemeinen Koordination, Athletik, Kraft und sonstiger disziplinspezifischer Zubringerleistungen wie z.B. Ausdauer oder Beweglichkeit. In der Wettkampfphase steht das Techniktraining der Disziplinen in all ihrer Vielfalt im Vordergrund. Während der Übergangsperiode sollen sich die Athleten sowohl körperlich/physisch als auch geistig/psychisch regenerieren.

Exemplarische Entwicklung der Leistungsfähigkeit bei einer Einfach- (blau) und Zweifachperiodisierung (grün) im Verlauf einer Leichtathletiksaison (modifiziert nach Joch, W., Rahmentrainingsplan für das Grundlagentraining, 2002).

Allgemein unterscheidet man in der Trainingslehre der Einfachheit halber drei Planungsebenen bzw. Zyklen mit aufsteigender Dauer:

  1. Mikrozyklus (1 Woche)
  2. Mesozyklus (2-6 Wochen)
  3. Makrozyklus (6-12 Wochen)

Je nach Saisonplanung liegt bei Leichtathleten eine eingipflige (nur Freiluftsaison) oder zweigipflige (Hallen- und Freiluftsaison) Periodisierung bzw. eine Ein- oder Zweifachperiodisierung vor. Unabhängig vom Periodisierungsmodell verfolgen sie das gleiche Ziel: den optimalen Form- bzw. Leistungsaufbau zum Saisonhöhepunkt hin (z.B. Landesmeisterschaften, Deutsche Meisterschaften, etc.). Hierfür ist ein entsprechendes Wechselspiel aus Umfang und Intensität vonnöten, das den verschiedenen Planungsebenen zugrunde liegt. Mit zunehmender Nähe zur Wettkampfphase sinkt in der Regel der Umfang und die Intensität steigt. Dies spitzt sich bis in die unmittelbare Wettkampfvorbereitung (UWV) zu, in der die Athleten durch Vorbereitungswettkämpfe ihre Form entwickeln sollen, ehe im Vorfeld des Saisonhöhepunkts ein Tapering die Höchstform ausprägt wird.

Wichtig: Die beste Trainingsplanung ist nichts wert, wenn sie nicht variabel genug angelegt ist, um an unerwartete Ereignisse wie z.B. Krankheit, Verletzung, schulische oder berufliche Belastung sowie schnelle muskuläre Adaptation angepasst werden zu können. Dementsprechend empfiehlt es sich, sich zwar an einem groben Plan zu orientieren, aber nicht mit Biegen und Brechen an diesem festzuhalten. Denn der menschliche Organismus mit seinen ganzen psycho-physischen Interaktionen ist so komplex, dass er sich nur sehr schwer in ein Schema pressen lässt. Laut eines Schweizer Sportwissenschaftlers zeichnet sich eine gute Periodisierung durch einen „fixen Kern mit flexibler Form“ (Hotz, A., 2009, Leistungssport) aus, d.h. es kommt auf das Trainingsziel (Kern) an, das mit vielen verschiedenen Trainingsmitteln (Form) erreicht werden kann. So beruht das scheinbar starre und rationale Baukastensystem der Periodisierung letztendlich dennoch auf dem irrationalen Fingerspitzengefühl von Trainer und Athlet. Und das macht neben dem Talent und dem Wissen um Anatomie, Physiologie, Technikmodelle (z.B. Weitsprung) und Trainingsprinzipien häufig den Unterschied aus!

Tobias Alt

 
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