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Technik des Stabhochsprungs

Der Stabhochsprung gilt als eine der schwierigsten leichtathletischen Disziplinen, weil er technisch-koordinativ am kompliziertesten ist. Neben den motorischen und konditionellen Fähigkeiten des Athleten spielt die Interaktion mit dem Stab eine leistungslimitierende Rolle.

Der Stabhochsprung lasst sich generell in die folgenden vier Hauptphasen unterteilen (s. Grafik):

  1. Anlauf und Einstich (Bild 1-4)
  2. Absprung und Stabbiegung (Aufrollen) (Bild 5-9)
  3. Stab-/Körperstreckung und Zugumstütz (Bild 10-11)
  4. Lattenüberquerung und Landung (Bild 12-13)

Schematische Darstellung der vier Hauptphasen beim Stabhochsprung modifiziert nach Jonath et al. (Leichtathletik 2 - Springen, 1995): 1.) Anlauf und Einstich (hellgrün, Bild 1-4), 2.) Absprung und Stabbiegung/Aufrollen (dunkelgrün) mit der C- (Bild 6) und L-Position (Bild 9), 3.) Stab-/Körperstreckung und Zugumstütz (hellblau) mit der I-Position (Bild 10) sowie 4.) Lattenüberquerung und Landung (dunkelblau, Bild 12-13).

Bevor die Technik des Stabhochsprungs vermittelt werden kann, muss die richtige Stabhaltung und Trageweise erlernt werden. Rechtshänder greifen den Stab mit der auswärts rotierten Hand am Stabende, sodass der Handrücken zum Körper zeigt. Die linke Hand fasst ca. 45-70 cm (abhängig von Armlänge, Stabhärte und Griffhöhe) darunter. Hebt der Athlet den Stab nun zum Anlauf an, so wird die rechte Hand neben die Hüfte genommen und die linke Hand befindet sich auf Brusthöhe. Beide Ellbogengelenk sind gebeugt. Der rechte Ellbogen zeigt dabei nach hinten und der linke ist angehoben und zeigt nach außen, sodass der linke Unterarm waagerecht ist.

Der Anlauf ähnelt dem des Weitsprungs. Seine Länge (in der Regel 18-20 Schritte) hängt vom Beschleunigungs- und Sprintvermögen des Athleten ab. Die ersten Schritte sind durch eine deutliche Vergrößerung der Schrittlänge bei betontem Kniehub gekennzeichnet. Durch eine gleichmäßige Steigerung der Anlaufgeschwindigkeit soll eine maximal kontrollierbare Geschwindigkeit erreicht werden, wobei insbesondere auf eine ruhige Tragweise des Stabs geachtet werden sollte. Bei aufrechter Oberkörperposition zeigt der Oberkörper stets frontal in Laufrichtung und die Schrittfrequenz nimmt kontinuierlich zum Einstichkasten zu. Die Einstichbewegung sollte rechtzeitig, d.h. ca. im letzten Drittel des Anlaufs, mit einer steten Senkung des Stabs vorbereitet werden. Auf den letzten drei Schritten wird der rechte Arm nah am Körper bzw. Kopf nach vorne-oben geführt, wobei sowohl der linke als auch der rechte Ellbogen gestreckt werden (Bild 1-3).

Im Moment des ganzsohligen Absprungs mit dem linken Bein parallel zum Einstichkasten. Beide Arme sind gestreckt, wobei der rechte senkrecht und der linke waagerecht orientiert ist (Bild 4). Um im Absprung die kinetische Energie des Anlaufs eine optimale Verformung des Stabs umwandeln zu können, sollte eine maximale Körperspannung aufgebaut werden und sich der linke Absprungfuß unterhalb der rechten Hand befinden (Bild 5). Der Absprung ist deutlich flacher als beim Weitsprung und wird durch eine aktive Hüftflexion des rechten Schwungbeins begleitet. Bevor der Athlet rechts am Stab vorbeischwingt, friert er die Absprungposition ein und erreicht damit die charakteristische „C-Position“ (Bild 6). Während der gestreckte rechte Arm mit dem bewusst hinten gehaltenen linken Absprungbein ein langes Pendel bildet, drückt der annähernd gestreckte linke Arm vor- und aufwärts. Dadurch intensiviert sich die Stabbiegung und das Aufrollen wird eingeleitet. Indem der Arm-Rumpfwinkel aktiv verkleinert wird (Retroversion durch z.B. M. latissiumus dorsi) und die Beine Richtung Brust gebracht werden (Hüftflexion durch z.B. M. iliopsoas und M. rectus abdominis) wird das Pendel zunehmend verkleinert (Bild 7-8). In der sogenannten „L-Position“ wird im Moment der maximalen Stabbiegung ein kurzes Pendel erzeugt, indem beide Arme weiterhin gestreckt sind, der Rücken parallel zum Boden ist und die Beine senkrecht zum Himmel zeigen (Bild 9).

In der nun folgenden Stabstreckung wird die im Stab gespeicherte Energie wieder auf den Athleten übertragen, der versucht diese bestmöglich in Höhe, d.h. potentielle Energie, umzusetzen. Unterstützt durch aktive Muskelarbeit wird die Aufrollbewegung fortgesetzt, sodass der Körper bei kompletter Körperstreckung die „I-Position“ einnimmt (Bild 10). Hierbei ist der rechte Arm gestreckt und der linke gebeugt. Die Hüfte muss in dieser Phase nah am Stab sein, um in der Folge den sogenannten Zug- bzw. Drehumstütz ausführen zu können. Diese Zugbewegung des rechten und Streckbewegung des linken Arms führt zu einer 180°-Drehung der Körpers um die Longitudinal-/Längsachse, sodass letztendlich der Bauch des Athleten zur Latte zeigt (Bild 11).

Indem die linke Hand den Stab verlässt und der rechten Arm gestreckt wird, wird die Lattenüberquerung in bogenförmigen bzw. gekrümmten Position eingeleitet (Bild 12). Nachdem der Athlet die Latte passiert hat, kontrolliert er mit seinen Armen und Beinen die Rückwärtsrotation und landet sicher mit dem Rücken auf der Matte.

Tobias Alt

 
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