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muskuläre Verletzungen

Der größte Feind des Sportlers sind Verletzungen, die ihn zu einer Trainingspause zwingen. Insbesondere muskuläre Verletzungen wie z.B. Zerrungen oder Muskelfaserrisse treten in der Leichtathletik immer wieder auf. Um diese vermeiden bzw. vorbeugen zu können, ist es hilfreich die Gründe ihres Auftretens zu kennen.

Risikofaktoren, die eine muskuläre Verletzung verursachen können, sind:

  • eine unzureichende Kraft der beteiligten Muskulatur, v.a. bei exzentrischen Kontraktionen,
  • muskuläre Dysbalancen zwischen Agonist und Antagonist und/oder rechter und linker Körperseite,
  • ein eingeschränktes Bewegungsausmaß infolge mangelnder Flexibilität/Beweglichkeit der entsprechenden Muskelgruppe,
  • eine ungenügende muskuläre Erwärmung,
  • eine erhöhte Muskelspannung aufgrund psychischer Anspannung,
  • ermüdungsbedingte Krafteinbußen,
  • eine geringe Rumpfstabilität sowie
  • eine vorherige Verletzung des betroffenen Muskels.

Zerrungen sind keine alleinige Folge von muskulären Kontraktionen, sondern stets eine Kombination aus muskulärer Anspannung und übermäßiger Dehnung. Somit treten sie meistens bei exzentrischen Belastungen nahe des Muskel-Sehnen-Übergangs auf, v.a. wenn sich die Sarkomere schnell verlängern. Die Überlappung der Aktin- & Myosinfilamente wird infolge dieser Belastung immer geringer, bis diese nicht mehr vorhanden ist und die Zerrung erfolgt. Dies ist nur möglich, weil in solchen Situationen das Kraftpotential des Muskels laut Kraft-Längen-Relation (absteigender Ast) gering ist und es demnach nicht möglich ist die Verletzung aktiv zu verhindern. Zwar besitzt der Muskel während exzentrischen Kontraktionen mit Blick auf die Kraft-Geschwindigkeits-Relation ein hohes Kraftpotential, das jedoch in Interaktion mit der schnell zunehmenden Sarkomerlänge und dem damit verbundenen rasanten Kraftverlust keinen Schutzmechanismus darstellt.

Muskuläre Verletzungen beim Sprint ereignen sich sehr häufig während der vorderen Schwungphase, wenn sich das Kniegelenk kurz vor dem Fußaufsatz explosiv streckt und sich die Muskulatur der Oberschenkelrückseite sehr schnell verlängert. Diese schnelle exzentrische Kontraktion des Antagonisten (M. biceps femoris) birgt demnach ein hohes Verletzungsrisiko, vor allem wenn der Sprinter unter psychischem Druck steht und der Muskeltonus, d.h. die muskuläre Anspannung, entsprechend erhöht ist.

Mikrorupturen (kleine Risse im Bereich der Myofibrillen oder Muskelfasern) treten fast ausschließlich bei maximalen Kontraktionen in Phasen einer guten bis sehr guten sportlichen Verfassung auf, d.h. in der Wettkampfvorbereitung oder Wettkampfphase. Grund hierfür sind die besonders hohen Kräfte, die bei hochintensiven Belastungen generiert werden, für die der Antagonist nicht gewappnet ist. Wie die obige Aufzählung verdeutlicht, hat eine muskuläre Verletzung meist mehrere Gründe. Als Verletzungsprophylaxe eignen sich vor allem eine ausreichende muskuläre Erwärmung im Vorfeld maximaler Belastungen sowie ein regelmäßig durchgeführtes Beweglichkeits- und Krafttraining, bei dem jeweils die Exzentrik im Vordergrund stehen sollte.

Tobias Alt

 
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